Leistungen

Behandlungskonzept

Unsere Therapien erfolgen stets nach aktuellsten wissenschaftlichen Standards.

Wir verpflichten uns, unser Wissen fortlaufend zu erweitern und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu halten, um unseren Patienten die bestmögliche und sinnvolle Therapie anzubieten.

Unsere Leistungen

Elektroenzephalographie (EEG)

Messungen der elektrischen Aktivität der Hirnoberfläche.

Elektromyographie (EMG)

Messung der elektrischen Aktivität der Muskelfasern.

Elektroneurographie (ENG)

Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und Intaktheit von Nervenstrukturen.

Evozierte Potentiale
(SEP, VEP, AEP)

Messung der Leit- und Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen.

Laboruntersuchungen

Blutanalyse zur Ursachensuche neurologischer Krankheiten.

Lumbalpunktion / Nervenwasserentnahme

Untersuchung der Zusammensetzung des Nervenwassers.

Demenzdiagnostik

Diagnostik und Behandlung von Einschränkungen der Hirnleistung.

Tremoranalyse

Untersuchungen zur Bestimmung und Einordnung verschiedener Tremorarten.

Neurologisch-körperliche Untersuchungen

Funktionsprüfung des Nervensystems zur Beurteilung möglicher Erkrankungen.

Elektroenzephalographie (EEG)

Beim EEG (Elektroenzephalogramm) werden die elektrischen Ströme (Potentialveränderungen) der Hirnrinde gemessen, elektronisch verstärkt und als sogenannte Hirnstromwellen aufgezeichnet. Dabei werden zuvor mindestens 12 kleine Elektroden mit einer Haftpaste bestrichen, nach einem festen Schema auf der Kopfhaut platziert und mittels einer Haube dort gehalten.

Aus Mustern des Stromkurvenverlaufes kann auf bestimmte Krankheiten, beispielsweise aus dem Formenkreis der Epilepsien, geschlossen werden. Auch auf Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder fokal begrenzte Störungen wie Tumor, Schlaganfall oder Verletzung kann das EEG Hinweise geben. 

Während der eigentlichen Messung, die für den Patienten nicht spürbar ist, sollte er möglichst ruhig sitzen und entspannt sein.  Der Untersucher gibt in regelmäßigen Abständen kurze Anweisungen, zum Beispiel die Augen zu öffnen oder eine einfache Rechenaufgabe zu lösen. Dies führt zu einer Änderung der Gehirnaktivität und zeigt sich im EEG als eine typische Veränderung der Hirnstromwellen. Die Ableitung dauert meist nicht länger als 20 bis 30 Minuten.

Elektromyographie (EMG)

Bei der Elektromyografie wird die elektrische Aktivität der Muskelfasern gemessen und als Elektromyogramm aufgezeichnet. In unserer Praxis verwenden wir das sogenannte Nadel-EMG, bei dem eine Nadelelektrode in den betroffenen Muskel gestochen wird. Die Aktivität wird in Aktion und im Ruhezustand gemessen. Indem die Aktivität des Muskels gemessen und aufgezeichnet wird, können wir Rückschlüsse auf den Ursprung und das Ausmaß einer Erkrankung des Muskels bzw. der versorgenden Nerven ziehen.

Die Elektromyografie (EMG) dient zusammen mit der Elektroneurographie (ENG) vor allem der genaueren Bestimmung der Schädigungsart und des Schädigungsortes von Nerven- und Muskelerkrankungen. Bei akuten Verletzungen oder Lähmungen kann die Elektromyografie Hinweise auf die Schwere und die Prognose geben.

Häufig wird bei Verdacht auf folgende Erkrankung eine Elektromyografie durchgeführt:

  • Muskelentzündungen (Myositis)
  • Muskelerkrankungen (Myopathie)
  • Muskelschwäche (Myasthenie)
  • krankhaft verlängerte Muskelanspannungen (Myotonie)
  • sekundäre Muskelveränderungen nach Nervenverletzungen

Die Elektromyographie mittels Nadel-EMG ist eine Untersuchung, die vom Arzt selbst durchgeführt wird. Sie kann bei sehr empfindsamen Patienten etwas unangenehm sein. Bei Patienten, welche eine erhöhte Blutungsneigung haben bzw. eine antikoagulierende Medikation erhalten, muss die Indikation der Untersuchung besonders geprüft werden.

Elektroneurographie (ENG)

Die Elektroneurografie ist eine Untersuchung der peripheren Nerven, also der Nerven die im Körper außerhalb des Gehirns und Rückenmarks verlaufen. Die Untersuchung dient sowohl der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) als auch der Feststellung der Intaktheit der einzelnen Strukturen im Nerv. Dabei werden sowohl die motorischen Nerven, welche zu den Muskeln hinführen, als auch die sensiblen Nerven, welche Sinnesempfindungen des Körpers wie Berührung oder Temperatur zum Gehirn senden, untersucht.

Mit der Elektroneurografie weist der Arzt eine Nervenschädigung nach. Zusätzlich kann er den Schweregrad und die Art der Nervenschädigung beurteilen. Bei folgenden Erkrankungen kommt die Methode u.a. zur Anwendung:

  • Polyneuropathien
  • Verletzung von Nerven
  • Engpasssyndrome, z.B. Karpaltunnelsyndrom
  • Nervenschädigung durch Medikamente

Bei der Untersuchung werden kleine Stromimpulse im Gebiet des Nervenverlaufs über die Haut des Patienten abgegeben und hinter der vermuteten Schädigung die Muskelreaktion bzw. der ankommende Stromimpuls gemessen. Der Abstand zwischen den Elektroden, also die Strecke, die der Impuls zurücklegen muss, wird festgehalten. So kann man aus der Zeit, die der Reiz benötigt um die Strecke zwischen beiden Elektroden zurückzulegen, berechnen, wie schnell der Nerv leitet.

Durch diese Untersuchung ist es möglich eine quantitative sowie eine qualitative Aussage bezüglich der Schädigung zu treffen sowie eine Differenzierung bei der Art der Nervenschädigung zu treffen.

Evozierte Potentiale

Evozierte Potentiale sind Potentialunterschiede im EEG, welche durch eine Reizung eines Sinnesorgans oder peripheren Nervs ausgelöst werden. Im weiteren Sinn können alle gezielt ausgelösten elektrischen Phänomene im EEG als evozierte Potentiale verstanden werden. Zur Konkretisierung unterscheidet man verschiedene Arten der evozierten Potentiale:

SEP – Somatosensibel evozierte Potentiale

Bei dieser Untersuchungsmethode wird ein sensibler Nerv, der meist nahe an der Oberfläche verläuft, wiederholt elektrisch gereizt. Dadurch entsteht ein sogenanntes elektrisches Aktionspotential, welches sehr rasch entlang des Nervs fortgeleitet wird. Dieses Potential wird dann entweder im Verlauf des Nerven, häufiger jedoch in Höhe des Eintritts in das Rückenmark („spinales Potential“) oder über dem entsprechenden Gebiet im Hirn („kortikales Potential“) abgeleitet. Verzögerungen in den jeweiligen Weiterleitungszeiten (Latenzen) können Hinweise auf Schädigungen der Nervenstrukturen geben.

VEP – Visuell evozierte Potentiale

Unter VEP versteht man ebenfalls kortikale elektrische Summenpotentiale, welche speziell im Bereich der Sehrinde mittels EEG abgeleitet werden. Sie werden durch visuelle Stimulation der Netzhaut (Lichtblitze oder Schachbrettmuster) hervorgerufen. Durch VEP lassen sich mit Hilfe der gemessenen Latenzen Schädigungen der Sehbahn erfassen. Dieses für den Patienten nicht belastende Verfahren lässt sich auch sehr gut zur Frühdiagnostik von Schäden des Sehnerven, z.B. zur Erkennung von bestimmten Entzündungen oder Hirndruck einsetzen. 

AEP – Akustisch evozierte Potentiale

So bezeichnet man analog zu den VEP eine Veränderung des EEG, welche durch ein Schallereignis ausgelöst wird. Der Patient hört dabei über einen Kopfhörer Töne, welche elektrische Potentialschwankungen des Hörsystems erzeugen. Dabei kann eine Zuordnung zu bestimmten anatomischen Strukturen erfolgen und auf Schädigungen geschlossen werden.

Laboruntersuchungen

Bei einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen ist eine Untersuchung des Blutes indiziert, um mögliche Ursachen zu finden oder Differentialdiagnosen auszuschließen. Diese beinhalten beispielsweise entzündliche, infektiöse oder immunologische Erkrankungen oder auch häufig Vitaminmangelsyndrome. Außerdem müssen bei einigen Erkrankungen regelmäßig die Medikamentenspiegel überprüft werden und auf Hinweise auf Organschädigungen geachtet werden, welche sich im Blut abbilden können.

Lumbalpunktion / Nervenwasserentnahme

Das Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) umspült Gehirn und Rückenmark. Durch eine genaue Untersuchung der Zusammensetzung des Nervenwassers können verschiedene Erkrankungen wie Entzündungen, Demenzen, Tumorerkrankungen oder ein erhöhter Liquordruck festgestellt werden. Die Entnahme des Nervenwassers erfolgt in der Regel im Sitzen. Eine spezielle, dünne Nadel wird dabei im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule durch die weichen Gewebe (Haut und Muskulatur sowie die sogenannte harte Rückenmarkshaut) bis zum Nervenwasserraum vorgeschoben. Anschließend werden wenige Milliliter der klaren Flüssigkeit entnommen.

Da das Rückenmark selbst bereits deutlich oberhalb der Punktionsstelle endet, kann dieses nicht verletzt werden. Lediglich einzelne Nervenfasern schweben in der Flüssigkeit, weichen jedoch physiologisch der Nadel aus. Die Entnahme des Nervenwassers dauert meist nur wenige Minuten und der Körper bildet die entnommene Menge an Liquor in kurzer Zeit neu. Insgesamt wird innerhalb eines Tages das gesamte Nervenwasser (ca. 150 ml) vier- bis fünfmal vollständig nachproduziert.

Im Anschluss ist es erforderlich, dass der Patient noch etwa zwei Stunden zur Überwachung in der Praxis verbleibt und in dieser Zeit flach auf dem Rücken liegt und viel trinkt. Eine häufige Folge der Punktion, vor allem bei jungen Patienten, ist der sogenannte postpunktionelle Kopfschmerz. Dieser stellt sich oft erst am nächsten Tag ein, verstärkt sich charakteristischerweise bei aufrechtem Sitzen oder Stehen. Beim flachen Liegen bessert er sich prompt. Dieser Kopfschmerz kann einige Stunden bis wenige Tage anhalten. Kaffee oder Tee sowie reguläre Schmerzmittel lindern den Kopfschmerz aber.

Demenzdiagnostik

Eine Einschränkung der Hirnleistung mit Gedächtnis-, Konzentrations- und Orientierungsstörungen kann im Rahmen einer Demenzerkrankung wie Morbus Alzheimer auftreten, aber auch bei verschiedenen anderen neurologischen Erkrankungen, wie zerebrovaskulären Erkrankungen, nach einem Schädel-Hirn-Trauma, bei Tumoren, bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder bei Multipler Sklerose.

Mit verschiedenen Tests kann man leichte bis fortgeschrittene Einschränkungen diagnostizieren und eine Behandlung einleiten bzw. den Therapieerfolg kontrollieren. Hierbei werden standardisierte, mündliche oder schriftliche Aufgaben gestellt, die z.B. die Merkfähigkeit im Vergleich mit Gleichaltrigen erkennbar machen. Bei sehr speziellen Fragestellungen überweisen wir gegebenenfalls an spezialisierte, neuropsychologische Zentren.

Tremoranalyse

Erst werden Elektroden am betroffenen Körperteil befestigt. Alternativ kann auch eine feine Nadel direkt im Muskel platziert werden. Anschließend wird die Muskelaktivität unter Ruhebedingungen, Ablenkung und unter leichter körperlicher Belastung gemessen. Anhand der Frequenz der Muskelaktivität kann man die Art des Tremors, z.B. bei Verdacht auf Morbus Parkinson, feststellen.

Neurologisch-körperliche Untersuchungen

Eine Besonderheit in der Neurologie ist, dass in Kenntnis der komplexen Anatomie und Funktionsweise des menschlichen Nervensystems auch ohne den Einsatz bildgebender Verfahren, allein durch die neurologisch-körperliche Untersuchung, in aller Regel vom Symptom auf den Ort der Schädigung geschlossen werden kann. Die Untersuchung folgt dabei einem festen Ablauf und umfasst in der Regel folgende Aspekte:

  • Inspektion des Körpers
  • Untersuchung des Kopfes, der Hirnnerven und der Sprache
  • Prüfung der Einzelmuskelkraft und Muskelspannung 
  • Beurteilung des Bewegungsablauf und der Koordination
  • Prüfung der Reflexe
  • Sensibilitätsprüfung
  • vegetatives Nervensystem
  • psychischer Befund und Orientierung